Improvisierte Texte, kreatives Schreiben… das Projekt „Walnuss-Bibliothek“
Mit Techniken und Herangehensweisen aus dem kreativen Schreiben (er)finden wir gemeinsam Texte rund um das Thema Walnuss.
Aus den begrifflichen Assoziationen, die wir auf großen Papierbögen zum Stichwort „Walnuss“ festhalten, wählen wir einen aus, zu dem wir wiederum ein Blatt mit assoziierten Wörtern füllen, aus denen dann wieder ein Wort ausgewählt wird, zu dem wieder auf gleiche Art ein Blatt gefüllt wird. So entstehen Begriffsfelder ersten, zweiten und dritten Grades. Das Erstellen der jeweiligen Begriffssammlungen tun wir getrennt voneinander, aber gleichzeitig, jeweils auf einer eigenen Hälfte des Blattes. Der Bezug zur Walnuss ist naturgemäß mit zunehmendem Grad immer weniger deutlich zu erkennen.
Aus den Begriffen, die eine von uns beiden aufgeschrieben hat, schreibt dann die andere einen Text/Gedicht und umgekehrt.

Ein Walnuss-Gedicht „1. Grades“:
Fünfzehn Jahre warten
Von der Nuss zur Nuss
Wir könnten zur See fahren
In der Zwischenzeit
In den Wellen schaukeln mit
Jonas und dem Walross
Wie eine Puppenhauswiege treibt das Boot
Wellness-Massage für die Hirnwindungen
Die Hirnmasse wie Nussmus
Aber ohne die bitteren Häutchen

Walnuss-Gedicht 2. Grades:
Anleitung zum Gebrauch der Gehirnhälften
Zusammendenken, was zusammen gehört, was zusammengedacht gehört.
Rechts und links gleichzeitig denken hilft die Balance halten.
Das seitenverkehrt Gedachte ist im Tun dann wieder richtig herum.
So wird Schizophrenie vermieden und jedes Halbwissen findet im (Großen und Ganzen) seinen Platz.
„Walnuss-Text“ 3. Grades:
Schaltzentrale
„Ich werde das weiterleiten“,
sagt das Fräulein vom Amt.
Der Zutritt ist verboten.
„Sie meinen also,
die Weichen sollten anders gestellt werden,
nicht so lieblos und ohne Gefühl,
in der Schaltzentrale.
Sehen Sie, das ist alles<
