improVisitationen


Sieben interdisziplinäre Besuche

Recherche-Projekt gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

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Sieben Treffen mit Künstler*innen aus verschiedenen Kunstsparten bieten einen Freiraum für Begegnung, gemeinsame Improvisation und genreübergreifende Kreativität. Dabei treffe ich mich jeweils für einen Tag mit einer von insgesamt sieben Personen zu einem Duo-Austausch.

Dieses Recherche-Projekt führt mich aus meinem persönlichen Proberaum und meinen bestehenden Projekten hinaus in die Arbeitsweisen und Ateliers anderer. Es stellt eine Horizonterweiterung dar, für mich und im besten Falle auch für meine Spielpartner*innen.

Bei den Treffen werden die jeweils geltenden coronabedingten Verhaltensregeln beachtet. Es ist ein wesentlicher Aspekt dieses Projekts, dass der künstlerische Austausch hierbei im physischen Raum stattfindet; so ist er zugleich eine Maßnahme gegen Vereinzelung und ein Gegengewicht zu Zoom-Meetings und virtuellen Veranstaltungen.

Das Projekt hat stattgefunden im Zeitraum Januar bis Mai 2021.

Mitwirkende:

Bernd Thewes, Komponist, Pianist, Keyboarder

Elli Weishaupt, Bildende Künstlerin

Klaus Harth, Zeichner, Klangimprovisateur

Friederike Overweg, Dichterin, Figurenspielerin

Mareike Buchmann, Tanz- und Performance-Künstlerin

Claudia Kemmerer, Sängerin

Lutz Gillmann, Musiker (Pianist, Organist, Cembalist)

Tanja Leonhardt, LandArt- und Schrift-Künstlerin

Bildergalerie:

Jedes Treffen innerhalb des Projekts war einzigartig in Form und Verlauf, vom Thema und Inhalt. Mal wurde im Atelier gearbeitet, mal im Kaminzimmer und mal Freien. Mal wurde in der Pause gekocht, mal das Picknick verzehrt. Mal sind Videos entstanden, mal Texte; Teile der Erlebnisse und Aktivitäten sind gewissermaßen nicht „vorzeigbar“, lassen sich nicht mitteilen. Die Berichte zu den Einzelprojekten innerhalb der improVisitationen geben jeweils nur einen Ausschnitt dessen wieder, was an dem jeweiligen Tag passiert ist, was entdeckt und besprochen wurde. Sie greifen eine besondere Begebenheit oder eine charakteristische Sache heraus. Die untenstehende Auflistung verlinkt zu diesen kleinen Einblicken.

Berichte zu den Einzelprojekten:

improvisitation n°1 : Bernd Thewes – Klavier und Jonglage mit Video-Experiment

improvisitation n°2 : Elli Weishaupt – Beidhändiges Zeichnen und Jonglage

improvisitation n°3 : Klaus Harth – „Overhead-Jonglage“ und Klangimprovisation

improvisitation n°4 : Friederike Overweg – Schreibexperimente über und für die Walnuss

improvisitation n°5 : Mareike Buchmann – Bewegung und Jonglage mit und ohne Bälle

improvisitation n°6 : Lutz Gillmann/Claudia Kemmerer – Klavier- und Sprechimprovisationen mit Gedichten/ Gesang und Gläserspiel

improvisitation n°7 : Tanja Leonhardt – LandArt Text Bewegung

Bewusst war das Projekt nicht als Vorstufe und Kennenlerntreffen für eine weitere Zusammenarbeit konzipiert. Ganz unverbindlich sollte der „frei improvisierte Tag“ sein. Mitgedacht war diese Möglichkeit einer künftigen Kooperation aber doch.
Von der unkonkreten Möglichkeitsform des „Man könnte ja mal was zusammen machen“ wegkommen zu einer gemeinsamen Idee oder Vision, dadurch dass man sich in der Begegnung, im künstlerischen Tun und im Gespräch (näher) kennengelernt hat.
Tatsächlich sind sogar in drei Fällen konkrete Ideen für gemeinsame Aufführungs- und Ausstellungsprojekte entstanden. Und damit das passieren konnte, war es sehr förderlich bzw. wichtig, dass es nicht vorher so beabsichtigt war.

Fazit

Das Projekt hat gezeigt, dass es sich lohnt, gemeinsam in Aktion zu treten, auch ohne zu wissen, was dabei passieren oder wohin das führen soll. Jedesmal ist etwas passiert und entstanden, was so nicht voraussehbar war und was man sich nicht hätte ausdenken können. In mehreren Fällen ist der Prozess in eine völlig andere Richtung gegangen als vorgesehen, weil sich im Tun gezeigt hat, wo es spannend und interessant wird und die Akteur*innen dieser Richtung intuitiv gefolgt sind. Die Freiheit, das im Rahmen dieser Recherchen genau so machen zu können, war eine der Stärken des Projekts. Es gelingt dadurch, die vorgefassten Ideen nicht dominant werden zu lassen und im Verlauf das abzuarbeiten, was man sich vorgenommen hat, sondern wirklich auch Neues zu entdecken.